- Bürgerverein Möckern-Wahren e.V.

 
 
 
 
 
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Die Georg-Schumann-Straße in Möckern - Von Haus zu Haus (Teil 14)

Dieser letzte Vortrag aus der Reihe über die Gebäude entlang der Georg-Schumann-Straße in der Gemarkung Möckern lüftete Geheimnisse um die Gebäude zwischen der Elli-Voigt-Straße und der Christoph-Probst-Straße. Wenn es nach unserer Stadtverwaltung ginge, könnte Frau Kohlwagen noch einige Vorträge dranhängen, denn der Verwaltungsbezirk Möckern reicht aus unerfindlichen Gründen noch ein paar hundert Meter weiter bis ans Viadukt heran. Als Historikerin lässt sich Frau Kohlwagen aber auf solche willkürlichen Veränderungen nicht ein, sondern hält sich an Gemarkungsgrenzen, und diese legen die Grenze zwischen Möckern und Wahren mit der Christoph-Probst-Straße an der nördlichen Straßenseite und zwischen Hausnummer 293 und der inzwischen abgebrochenen 295 auf südlicher Seite (s. Vortrag 6) fest.

Doch beginnen wir mit dem Haus 252 an der Ecke zur Elli-Voigt-Straße (Foto Nr. 1), wo sich - ungewöhnlich für Alt-Möckernsche Verhältnisse - sogar eine Gaststätte namens Nordstern etablieren konnte. Später dann, bis zur großen Verstaatlichungswelle in den siebziger Jahren, konnte in den Anfangszeiten der DDR in diesem Lokal ein privatwirtschaftliches Pflänzchen gedeihen, die Firma Oelsner produzierte hier Heimelektronik. Das nächste Haus (Nr. 254) ziert über der Eingangstür ein mit einem Porträt versehener Schlussstein. Dieses Porträt war - noch in unrenoviertem Zustand - einst ein Suchbild für ein Preisrätsel im VIADUKT Nr. 151. Auch die folgenden Gebäude beherbergten zahlreiche oft wechselnde Ladengeschäfte. Im Haus Nr. 260 beispielsweise befand sich einst ein Schuhmacherladen. Spontan fiel dazu einer Dame aus dem Publikum der Werbespruch ein, der damals im Schaufenster stand: "Sind mal deine Schuhe krank, bring sie schnell zu Meister Blank!". Im Eckhaus Nr. 262 befand sich in den sechziger Jahren eine Rumpelmännchen-Altstoffannahmestelle, in der wir Kinder mit Bergen von selbst gesammelten Zeitungen und Flaschen unser Taschengeld aufbessern konnten. Das gesamte Gebäude ist glücklicherweise wie auch die vorhergehenden in den letzten Jahren renoviert worden. Den Bewohnern ist auch von Herzen zu gönnen, dass sie sich jetzt von einem schönen gelben Balkon das Leben auf der Schumi ansehen können. Leider ist aber durch diese Radikalmodernisierung ein Stück Gründerzeit-Flair verlorengegangen (Foto Nr. 3).

Die letzten drei Häuser auf Möckernscher Flur werden durch die Gerstäckerstraße von den bisher betrachteten Gebäuden getrennt. Bei der Recherche zu diesem Vortrag stieß Frau Kohlwagen auf ein Inserat (Foto Nr. 4) aus der Steinmetzstraße 1, der heutigen Gerstäckerstraße. Da sich die Hausnummer 1 ja unmittelbar an die Georg-Schumann-Straße anschließt, entschloss sie sich, sie mit in den Vortrag aufzunehmen. Frau Kohlwagens Neugier wurde von der Fönraupe geweckt, die man seinerzeit hier erwerben konnte. Wer weiß heutzutage, was eine Fönraupe ist? Eine freundliche Dame aus dem Museum Strom und Leben des Umspannwerkes Recklinghausen half hier weiter und stellte einschlägige Fotos und ein interessantes Dokument bereit (Foto Nr. 5). Damit konnten sich also unsere Vorfahren die kalten Wintermonate etwas angenehmer gestalten und wir sind wieder einmal etwas schlauer geworden.

Auch die restlichen drei Häuser bis zur Christoph-Probst-Straße wurden renoviert und haben ein freundliches Äußeres erhalten. Die Ladengeschäfte haben diese Schönheitskur allerdings nicht überstanden. Außer dem Computer A&V in Nr. 266 und dem zum Hotel umgestalteten letzten Haus mit der Nummer 268 (Foto Nr. 6) ist jetzt alles zur Wohngegend geworden.  

Damit hat diese interessante Vortragsreihe leider ihren Abschluss gefunden, in der die Teilnehmer viel Neues aus der Historie erfahren, aber auch eigene Erinnerungen auffrischen und einfließen lassen konnten. 

W. Reinken
BV Möckern/Wahren e.V.

Entsprechend der Lage der Gebäude an der Georg-Schumann-Straße wurden die folgenden Bilder von rechts nach links angeordnet.

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